Die Kunst, Libellen in Bewegung einzufangen - Faszination pur
Einleitung
Libellen im Flug zu fotografieren, war für mich bisher eine echte Herausforderung, die oft mit Frust und Misserfolg einherging. Doch schließlich erlebte ich auch kleine Erfolge, als die ersten brauchbaren Bilder auf meiner Speicherkarte landeten.
Faszination Libelle: Zwischen Geduld und flüchtigen Augenblicken
An großen Seen und Teichen entdeckte ich eine Vielzahl von Libellen, die geduldig auf Ästen und im Schilfrohr thronten. Die üppigen Uferränder, umgeben von dichtem Gebüsch und schilfbestandenen Ufern, boten den perfekten Platz für diese faszinierenden Insekten. Wenn sie sich einmal auf einem Ast niederließen, konnte ich mich ihnen relativ nah nähern und sie in all ihrer Pracht ablichten. Doch das Einfangen der Libellen im Flug blieb mir verwehrt. Die verwinkelten Ufer dieser Gewässer machten es nahezu unmöglich, die agilen Geschöpfe in voller Bewegung zu fotografieren, und so blieb mir nur der Wunsch, ihre flüchtige Eleganz festzuhalten.
Nach zahlreichen Fehlversuchen in der freien Natur, wandte ich mich schließlich unserem heimischen Gartenteich zu. Hier konnte ich mich direkt am Uferrand positionieren, wo die Libellen einen begrenzten Flugradius hatten. Das gab mir die Freiheit, meine Position schnell zu wechseln und verschiedene Blickwinkel auszuprobieren. Leider ist unser Teich nicht gerade ein Libellenparadies; nur wenige Exemplare finden sich hier ein. Im Frühjahr sindes vor allem Adonisjungfern und Pechlibellen, während im Sommer die Heidelibellen die Szenerie bereicherten.
Objektivwahl - gar nicht so einfach
Mit meinen langbrennweitigen Objektiven, also 300 und 600mm, hatte ich jedoch Schwierigkeiten, die Libellen durch den Sucher zu entdecken. Kaum hatte ich sie ins Visier genommen, waren sie auch schon wieder aus meinem Sichtfeld verschwunden. Das Ergebnis war frustrierend und ließ mich oft an meinen Fähigkeiten zweifeln.
Dann hatte ich es einmal mit kurzbrennweitigen Objektiven ausprobiert. Diesmal mit der Canon EOS R7 und dem Canon EF100mm f-2.8L Macro IS USM Objektiv.
Ich muss sagen, dass ich so einige Fotos machen konnte, auf denen man eine Libelle erkennen konnte.
Ein paar grundsätzliche Kamera Einstellungen
# Ich verwendete Blende 8 (vielleicht wäre 11 besser gewesen),
# Verschlusszeiten von 1/3200 bis 1/4000 Sekunde.
# ISO auf Automatik bis 3200.
# Kamera und/oder Objektiv mit Bildstabilisator und permanentem Servo-Autofokus.
Alle Aufnahmen wurden am Ende Freihand gemacht, ein Stativ war hier nicht praktikabel gewesen. Ich hatte es mit Stativ ausprobiert, war aber damit zu unflexibel und darauf angewiesen, dass sich die Libellen vor mir aufhielten, was sie leider sehr selten taten.
Auch wenn es im Netz viele "Spezialisten" beschreiben, mit manuellem Fokus musst du Libellen im Flug fotografieren, bin ich letztendlich damit ebenfalls gescheitert. Um den Autofokus nicht allzu sehr zu strapazieren ist es hilfreich, wenn der Hintergrund eher ruhig und neutral ist. Ein zu viel an Geäst oder schwankenden Halmen, stellt den Autofokus vor schier unlösbare Probleme und der Frustfaktor beim Fotografen steigt sehr schnell. Auch die Einstellung am Objektiv auf eine bestimmte Entfernungseinstellung kann hilfreich sein. Dann "pumpt" der Autofokus nicht jedes mal seinen kompletten Schärfebereich ab, was nicht nur Zeit, sondern auch Akkuleistung kostet.
Beobachtung von Heidelibellen bei der Paarung
Befinden sich Libellen auf der Suche nach einem geeigneten Partner für ihren Nachwuchs, dann haben sie keine Zeit sich an dem Fotofuzzi am Teichrand zu stören. Sie sind dann so mit sich selbst beschäftigt, dass die Chancen gut stehen, sich ihnen zu nähern und vor allem, sie im Flug zu erwischen.
Was passiert oft? Die Libellen, die sich gerade im Paarungsrad befinden, bzw. sich der Eiablage widm en, haben ihre liebe Mühe und Not, sich den um sie kreisenden Männchen zu wehren. Da dies natürlich nicht in Zeitlupe passiert ist, glaube ich, selbstredend. Aber, wenn man die Libellen einige Zeit beobachtet, stellt man fest, dass die nicht mit der Paarung beschäftigten Männchen, irgendwie immer den selben Flugbahnen folgten. Also, diese hatte ich im Visier.
Dabei kamen dann die folgenden Aufnahmen zu Stande.
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20230902_033_BEA_Canon EOS R7_EF180mm f-3.5L Macro USM_1-200 Sek. bei f - 7,1_ISO 100_Blitz Wurde ausgelöst_Ausschnitt 6007 x 4005pixel |
Wenn die Libellenpaar bei der Eiablage sind, dann machen sie auf kleinen Halmen des Öfteren einen kurzen Stop. Das Männchen hält dann das Weibchen am Kopf fest und das Weibchen "fliegt" irgendwie immer noch. Diese Momente sollte man abpassen und vielleicht auch schon im Vorraus erahnen, wo sie landen. Oftmals landen sie immer wieder an den selben Halmen.
Zufrieden bin ich noch nicht, was die Qualität der Fotos angeht, aber die Richtung stimmt.
⏫Im Tandemflug, bei der Eiablage, ist es unheimlich schwierig, diese sehr schnell auf und ab schnellenden Libellen zu fotografieren.
⏫Bei diesem Männchen haben mir die glitzernden, schillernden Flügel sehr gut gefallen. Je nach Lichteinfall schimmern sie wie fliegende Edelsteine.
Fazit
Wenn man sich die Zeit nimmt, die Libellen in ihrem eleganten Flug zu beobachten, eröffnet sich die Chance, sie im perfekten Moment einzufangen. Aus meiner Erfahrung ist es entscheidend, trotz der vielen Fehlschüsse beharrlich zu bleiben. Die Freude ist umso größer, wenn schließlich ein gelungener Schnappschuss gelingt.
Ich arbeite mit Objektiven, die nicht mehr dem neuesten technischen Standard entsprechen. Mein 100 mm Canon Makro ist mittlerweile fast 20 Jahre alt, und der Autofokus ist alles andere als schnell. Doch trotz dieser Herausforderungen gelingen mit dieser alten Scherbe, mir immer noch beeindruckende Aufnahmen.
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